Isle of Skye – Insel des Nebels

Schaut man nicht genau hin oder weiß man es einfach nicht, dann würde man Isle of Skye wohl mit „Insel des Himmels“ übersetzen. Mit dem Himmel hat die größte schottische Insel der Inneren Hebriden allerdings nichts zu tun. Denn das Wort „Skye“ ist gälisch und heißt „Nebel“. So, nun wissen Sie Bescheid. Über die Insel selbst aber wissen Sie vermutlich wenig bis gar nichts, zumindest dann nicht, wenn Sie Schottland noch nicht besucht haben.

Ist von Schottland die Rede, denkt man zuerst an Loch Ness, an Edinburgh und Glasgow, an die Highlands und an schroffe Landschaft, die mit Seen (Lochs) gespickt ist. Dass Schottland aber auch eine Reihe von Inseln hat, wissen viele gar nicht. Insgesamt gehören 790 Inseln zum Land im hohen Norden, 130 davon sind bewohnt. Neben den Orkneys und den Shetlands im Norden sind im Westen die Äußeren und die Inneren Hebriden zu finden. Die größte der Hebrideninseln und die, die am nächsten zum „Festland“ liegt, ist eben die Isle of Skye.

Atemberaubende Natur

Vom 17. Jahrhundert bis zum Jahr 1995 gab es als Verbindung zwischen Skye und dem Festland eine Fähre. Diese gibt es heute zwar immer noch, wird aber in der Regel nur noch selten genutzt, da seit 1995 die Skye Bridge die 400 Meter über das Loch Alsh überspannt und bequem mit dem Auto befahren werden kann. Achtung: Es  handelt sich hierbei um eine private Brücke, die nur gegen Gebühr befahren werden kann.

Von Kyleakin, dem Ankunftsort auf der Skye, geht es erst mal bis zur ersten größeren Ortschaft, Broadfoard, direkt an der Küste entlang. In Broadfoard kann man sich dann entscheiden, ob man Richtung Süden, nach Sleat fahren möchte, oder die Hauptstrecke in Richtung Nordwesten. Gleich vorweg: beide Richtungen versprechen tolle Landschaftsstriche. Wer glaubt, dass eine Insel immer flach sein muss, der irrt gewaltig. Ein wenig landeinwärts und man vergisst ganz schnell, dass man auf einer Insel ist. Keine 20 Minuten Fahrtzeit und man befindet sich mitten im Gebirge. Die Berge werden von zahlreichen Glens durchzogen, in denen nicht selten Lochs zu finden sind. Und dennoch ist man in spätestens einer halben Stunde wieder direkt am Atlantik. Bei gutem Wetter ist es möglich, sogar bis nach Harris und Lewis, den Äußeren Hebriden zu blicken.

Leuchttürme, Castles, Wasserfälle und mehr

Wer die Isle of Skye besuchen will, der sollte sich mehr als einen Tag Zeit nehmen. Ideal ist es auch, wenn man mit dem Auto die Insel erkundet, denn so kommt man in jeden Winkel und erlebt neben der atemberaubenden Landschaft viele tolle Sehenswürdigkeiten.

Wer Castles und Ruinen liebt, der wird nicht enttäuscht werden. Die bekannteste Burg ist Dunvegan Castle, die noch heute zum Teil bewohnt wird. Daneben sind zahlreiche Ruinen wie Dunsgaith Castle, Duntulm Castle und auch Knock Castle zu finden. Zeugen der Vergangenheit sieht man quasi überall: Hier einen Broch (alte Turmanlage), dort Standing Stones und woanders Museen, wie das Museum of Island Life bei Peingown im Norden von Skye.

Begleitet wird die Reise über die Insel von der abwechslungsreichen Landschaft und den fantastischen Sehenswürdigkeiten, die einen staunen lassen – und das nicht zu knapp. Da wäre zum Beispiel der Quiraing auf der Halbinsel Trotternish, ein Gebirgszug, der einst durch einen Erdrutsch entstand. Unweit davon ist der Old Man of Storr, eine Felsnadel mit 50 Metern Höhe zu finden. Und ebenfalls sollte man den Kilt Rock Waterfall, der mit etwas Fantasie einem Kilt ähnelt, nicht links liegen lassen.

Und was gibt es sonst noch?

Versäumen sollten Sie auf keinen Fall einen Besuch in der bekannten und einzigen Single-Malt-Whisky-Brennerei auf Skye, der Talisker-Destillerie. Der größte Ort ist Portree an der Ostküste, der mit seiner Lage direkt am gleichnamigen Loch wunderschön liegt. Für Bergwanderer und Kletterer sind die Black Cuillins ideal. Die höchste Erhebung ist mit 993 Metern der Sgurr Alasdair. Auch die Halbinseln Waternish (Trumpan, Ardmore Bay), Minginish (Glen Brittle, Glen Sligachan) und Strathaird (Dun Grugaig, Falls of Loch Slapin) sind sehenswert.

Wer noch genügend Zeit mitbringt, der kann von Sconser aus einen Abstecher auf Raasay  (Raasay Iron Mine, St. Moulag´s Chapel, Brochel Castle) machen. Von Uig aus ist übrigens die Überfahrt mit der Fähre auf die Äußeren Hebriden möglich. Die Fahrtzeit beträgt ca. zwei Stunden. Sie sehen, es gibt viel zu entdecken auf der Isle of Skye, einer wunderschönen Insel, die bei einem Schottlandaufenthalt nicht vergessen werden sollte.

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